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Ach, Karl-Heinz!

Administrator am 11. Juni, 2006

Ach, Karl-Heinz!

Wenn er damals nicht schon so ein verrueckter Kerl gewesen waere, haette ich ihn und seinen Namen wahrscheinlich schon laengst vergessen. Anfang der Siebziger habe ich ihn das letzte Mal gesehen und hatte danach nie wieder Kontakt mit ihm. Ergab sich so. Ich glaube, ich hatte ihn durch meinen Kindheitsfreund Peter Eynck kennengelernt (leider im www unauffindbar; weiss jemand, wo er steckt?). Waren wir befreundet? Weiss ich heute nicht mehr. Die klassische Freudschaft war es jedenfalls nicht, was damals zwischen uns stattfand. Wir haben viel diskutiert Ð jedenfalls so lange, bis er nur noch Marx und kein anderes Thema mehr kannte. Auf seine bizarre Weise empfand ich ihn anziehend und latent bedrohlich zugleich. Letzteres wohl deshalb, weil er mir immer etwas unberechenbar vorkam. Er war nicht unherzlich, aber niemand, an dem man sich / ich mich waermen konnte.
Er war damals schon eine kleine Legende.

Martin Lagoda

Geschützt: Nicht angebracht

Administrator am 18. März, 2006

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Geschützt: Gedenktreffen

Administrator am 18. März, 2006

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Geschützt: Privat

Administrator am 18. März, 2006

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Geschützt: Geschützter Bereich

Administrator am 18. März, 2006

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Heute ist der 16.03.2006

heri am 17. März, 2006

Ich weiß nicht, was mit dir passiert ist und wie dieses was passierte.

Du hast mir versprochen, wenn du mal wieder in München bist, rufst du mal an.

Ich werde weiter warten.

Müssen.

Letzter Gruß von Heri

Und auf einmal steht es neben dir

Ein Besucher am 16. März, 2006

Und auf einmal merkst du äußerlich:
Wieviel Kummer zu dir kam,
Wieviel Freundschaft leise von dir wich,
Alles Lachen von dir nahm.
Fragst verwundert in die Tage.
Doch die Tage hallen leer.
Dann verkümmert Deine Klage …
Du fragst niemanden mehr.
Lernst es endlich, dich zu fügen,
Von den Sorgen gezähmt.
Willst dich selber nicht belügen
Und erstickst, was dich grämt.
Sinnlos, arm erscheint das Leben dir,
Längst zu lang ausgedehnt. - - -
Und auf einmal - -: Steht es neben dir,
An dich angelehnt - -
Was?
Das, was du so lang ersehnt.

Ringelnatz

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Administrator am 4. März, 2006

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Administrator am 4. März, 2006

Kalles Spuren im Internet:


Institut für Wirtschaftsprüfung

Universität Saarland

Kompetenznetztwerke

Nach-Denken - Nach-Fühlen

Administrator am 11. November, 2005

Das Schiffchen der Erinnerung ist fertig.
Es treibt auffindbar im Netz.
Jeder der mag, kann hier nun (s)ein Lichtlein der Erinnerung, des Ge- oder Andenkens, der Reflexion anzünden.
Ich werde es ab jetzt sich selbst und dem Zufall überlassen.
Viele Menschen teilten mir in den letzten Monaten ihre Trauer, Erschütterung über Kalles Tod mit, berichteten mir über ihre letzten Begegnungen mit ihm.
Die wenigsten wollten ihre Gedanken, Gefühle aufschreiben.
Viele Menschen kündigten schöpferische Auseinandersetzungen, Aufarbeitungen an.
Die Nachrufe, Skulpturen, Gemälde, Gedichte, Songs etc. werden hier dokumentiert, so sie denn eines Tages möglicherweise die Ankündigungsphase erfolgreich verlassen haben werden.
Vieles wird wohl letztlich nicht mehr geklärt werden, weder Gründe, Umstände des Todes noch unser aller Beteiligung oder Versagen.
Manche Reaktionen, Verhalten haben mich überrascht, irritiert, nachdenklich gemacht.
Die vielen verschiedenen Einzel-Wahrheiten, die sich gegenseitig ausschließen und doch ergänzen.
Das nur “Sehen-können” was man “Sehen-will”, um es in die eigene Geschichte integrieren zu können.
Die Verarbeitungsformen von: “Er hat es so gewollt” über “Er ist ein Opfer dieser Gesellschaft” und “So ist das Leben, nun ist er tot und da kann man auch nichts mehr machen” bis zu Trauer, Anteilnahme, Reflexion.

Zum Schluß - mit Erlaubnis des von mir geschätzten Herrn Reimar Menne - sein Gedicht:

SONNENWINDBLUES

Urknall dröhnt durch die modernen Zeiten
Zufall höhnt in den Darwinschen Breiten
Gebt dem Affen Zucker Menschenskind
Dunkle Lichter Sonnenwind

Wärmetod der Bücher - silberne Zeichen auf schwarzem Papier
Sinn hüllt sich in feuchte Tücher - mein Schmerz will zu Dir
O verflucht diese Liebe - übertönt vom Kampfhundgebell
Bewirte die Diebe bring Rosen ins Bordell

Moos wächst auf Granit - der Urknall verhallt
Phönix nimm mich mit - Äonen werden alt
Ich will dich wiedersehen wenn wir schon lange nicht mehr sind
Will tanzend untergehen bis wir selber Sterne sind

Dich lieben blind
Gotteskind

Heinz

lieber kalle

tilo s am 5. November, 2005

schwerer verlust in den reihen der freaks und spassvögel

gerade die nachricht deines ablebens erhalten. so kann ich dir nur noch über diesen digitalen umweg mitteilen, dass du ein wirklich cooler typ gewesen bist. und ich dich vermissen werde. wir sehen uns in der ewigkeit … friede deiner sache.
peace
tilo

Gisela S.: er war nett und freundlich

Administrator am 11. September, 2005

Ich kann nicht bestätigen, dass er schwierig war. Ich traf ihn einmal im Stadtgarten und wir haben lange miteinander gesprochen. Er war aufmerksam, freundlich, nett, höflich.
Ich hatte keinerlei Probleme mit ihm. Schade dass er so etwas gemacht hat..

Nachlass auf dem Dachboden?

Administrator am 10. September, 2005

Laut Horst S. müssen auf dem Dachboden noch rund 30 Kisten mit Büchern etc. von KH1 stehen. Er hat sie selber dort deponiert.
Ich habe es überprüfen wollen - der Dachboden ist verschlossen.
Im Flur vor KH1 Wohnung steht noch ein Tisch und Kleinteile. Vielleicht ist die Wohnung komplett leer?
Wir wissen es nicht.
Peter hat die Handy Nummer des “Entsorgers” der Wohnung vom Hausverwalter bekommen.
Entweder gab es einen Übertragungsfehler oder die Nummer stimmt nicht.

Verkäuferin: Er war immer so freundlich..

Administrator am 10. September, 2005

Ich kenne ihn seit 2 Jahren, seitdem wir den Laden hier haben. Er hat immer so freundlich gegrüßt, kam oft in den Laden, hat mit mir gesprochen, hat oft auf der Bank vor dem Laden mit einem jungen Mann gesessen und sich unterhalten, Kaffee getrunken.
Er hat immer sofort bezahlt, wir mochten ihn.
Grewer

Ich habe ihn nie betrunken erlebt, immer höflich, freundlich, hat sich um seine Nachbarin, eine alte Dame, gekümmert.
Alle mochten ihn, ja seine Mode .. war etwas … anders… Aber er war immer sauber, hilfsbereit.
Nie wäre ich drauf gekommen, dass er so etwas macht.
Da muss etwas passiert sein, eine Kurzschlusshandlung, wir hätten doch etwas bemerkt, er war immer so fröhlich.

Ulli S.: das ist keine Lösung…

Administrator am 9. September, 2005

Das ist nicht WAHR! Ohhh Mann, sag dass es nicht stimmt! Lass mich mal…
Also das knallt so unvorbereitet rein. Immer wenn man nicht mit so etwas rechnet,
Ich dachte er wäre wieder nach Bayern zurück.
Lass mich mal…
Er hatte Ärger mit seinem Vermieter. Hat mit ihm Schriftstücke getauscht.
Aber warum hat er das getan?
Ob ich ihn mochte?
Schwer zu sagen, er war so schwierig.
Es tifft mich jetzt.. lass mich mal in Ruhe.
Ich habe ihn ihm Meditationszentrum in der Wanner Straße kennen gelernt.
Danach ist er ja 2 Jahrzehnte abgetaucht.
Und dann habe ich ihn immer wieder irgendwo unterwegs getroffen. Im Bus Nachts, er hat ja alle in Gespräche verwickelt.
Auf Veranstaltungen, der Straße…
Aber das ist doch keine Lösung. Damit macht er doch nur alle unglücklich, seine Mutter, seine Kinder, sich selbst… die Menschen um ihn herum…
Nein, er hat das nicht freiwillig gemacht.
Er muss Alkohol getrunken haben, einen Moment nicht bei sich gewesen sein.
Nein, hat denn niemand gemerkt was los war?
Nein, ich glaube nicht, dass es ihm nun gut geht.
Lass mich bitte allein, ich fahre nach Essen…
Ich muss nachdenken.. du weisst dass ich viele Tote hatte…

Karl R.: Er wollte managen…

Administrator am 7. September, 2005

Warum hat er das gemacht? Ich kannte ihn nur flüchtig, er kam einige Male zu Ausstellungen. Er wollte uns managen. Na ja.. ich hielt ihn irgendwie genial.. aber zwischen Genie und Wahn… deshalb habe ich mich damit nicht näher befasst.

ich habe mir heute abend eure kalle-seite nochmals genauer angesehen und die beiträge gelesen. Um es deutlich vorauszuschicken, ich will auf keinen fall das kritisieren, was du/ihr da tuest/t. wenn es dir denn ein wirkliches bedürfnis ist, so steht es absolut außerhalb einer wertung meinerseits. Obwohl mir heute noch mehr bedenken als gestern kommen. Es sind die grundsätzlichen gedanken darüber, was trauer ist, wenn man sie denn tief in sich empfindet. Und zwar für den menschen, welcher hinter dem unikum stand, als den wohl fast alle kalle gesehen haben und als solchen auch beschreiben. Wieweit man - auch in gut gemeintem willen - den tod - und gar den selbsttod eines menschen - zu einer öffentlichen interessen- und interessentenansammlung machen darf, ich würde sogar sagen, selbst-gerecht verwenden darf. Wer will wirklich gerade bei einem menschen wie kalle, der so offensichtlich wenig eingebunden war in echte zwischenmenschliche und tiefe, intensive beziehungen, behaupten, es wäre sicher in seinem sinne, dies alles von und über ihn zu schreiben? All das erscheint mir - erst recht nach dem lesen der beiträge - als rein individuelle spekulation mit dem sinn und ziel einer viel zu späten wiedergutmachung. Ob es ihm, wo immer er nun sein mag, wirklich wichtig gewesen wäre, dass es bereits 18 aktuelle beiträge und fünf im kondolenzbuch gibt? Auch die spielerei, ob er nun im himmel oder bei gaucho marx in der hölle sitzt, finde ich fast unanständig. Nun also kann sich jeder mit seinen
gedankenblitzen dort produzieren und die originellsten beiträge ins netz setzen - ist das wirklich die art von trauerarbeit, die ihr euch vorgestellt habt? Indem ihr den so genannten und/oder selbst ernannten alten freunden und bekannten ein forum bietet, ihre “betroffenheit” und auch ihre spritzigkeit zu demonstrieren (im wahresten sinne des
wortes) und damit den offensichtlich verpassten zwischenmenschlichen “unterbau”, das notwendige fundament alles sozialen lebens, auf angenehme weise zu übertünchen?
Allein die suche nach schmuck oder anderen devotionalien kalles, um posthum einen art event zu veranstalten, welcher in echt nicht dem verstorbenen, sondern vor allem
der schar der akteure in ihre ach so aufopfernden arbeit um den nachlass zu lob und ehr genügen werden, lässt mich erschaudern. Ich komme immer wieder zu der frage zurück, wo alle diese MENSCHEN waren, als sich kalle zu dem entwickelt hat, der er am ende geblieben ist - ein offensichtlich sehr einsamer mensch, von vielen als überkluger paradiesvogel als “hightlight” in ihrem alltag willkommen. Dabei muss ich doch nun auch leider dich fragen, wo deine (anerkannt schlechte :-)) erinnerung geblieben ist? Du als sein zweites büro für seine kontakte in alle welt? Wie oft hat er es in den letzten anderthalb jahren genutzt? Wie oft hast du nicht geöffnet aus angst vor ihm und eventuelle unannehmlichkeiten? Wie oft habt ihr beide die straßenseite gewechselt und warst du froh über einen flüchtigen gruß oder, noch besser, ein scheinbares nicht-erkennen? Wie oft hast du nicht aufgedrückt, als es geklingelt hat in der befürchtung, es könnte wieder mal kalle sein??????? Sorry, aber das bist nicht
du! Du hattest gute gründe, dich so zu verhalten wegen seiner grenzen-losen präsens oder hättest, wie alle anderen auch, ihm wenigstens versuchsweise ein kleines nest bieten müssen. Da aber hast du/haben wir - alle - offensichtlich alle versagt und eine aktuelle beschäftigung mit kalle mache leider nix, gar nix besser. Alles andere, was
jetzt posthum geschieht, ist in meinen - ebenfalls anerkannt unprofessionellen augen auf abstand - weder moralisch korrekt und wird dem menschen kalle, welcher sicher
mehr war als ein clownhafter geistesblitz auf traurigen wegen, nicht gerecht. Weil es nichts gibt oder geben wird, was die geschichte, seine geschichte, revidieren könnte.
Trauer und auch gemeinsame trauer, wie sie in anderen kulturen gelebt wird, ist nur dann die wirkliche gemeinsam erlebt und gefühlte, wenn sie aus einem echten sozialen
gebinde heraus stattfindet. War dies bei kalle wirklich der fall? Wenn ich es erspüre aus unseren erlebnissen und der erinnerung und wenn ich vor allem die beiträge lese, so
geht mir dieser eindruck völlig ab. Wie du siehst, habe ich mich sehr mit diesem thema befasst und hätte fast große lust, mich entsprechend auf eurer seite zu äußern.
Aber keine sorge, ich werde es lassen.Ich möchte euch alle nicht in eurer aktion “kalle in memoriam” stören, so unbegreiflich - und so wenig “zärtlich” - ich sie auch finde.
Es steht mir einfach nicht an. Und ich möchte es mir auch nicht unbedingt ganz mit “meiner alten heimat” verderben, was ich dann sicher erreicht hätte…

Ingrid L.

Ich sitze etwas perplex vor deinem ansinnen, etwas zu kalle auf seiner memoriam-seite zu schreiben. Ganz spontan (und sehr vermutlich nicht anders, wenn ich länger darüber nachdächte) muss ich dir sagen, dass ich nichts dazu beitragen möchte - ich will versuchen, es dir zu erklären: Natürlich erinnere ich mich sehr gut an dieses erste - und wahrhaft einzige ernsthafte - “treffen” mit ihm und bei dir. lass mich vorausschicken, dass es jedes Mal schrecklich ist, wenn ein mensch seinem ihm geschenkten leben bewusst ein ende setzt, aus welchen gründen auch immer. Dieses ist ein thema, welches uns beiden sowohl aus unserer familiengeschichte als auch dich und mich ganz individuell betreffend wohl bekannt ist und welches wir sowohl sehr persönlich als auch ehr abstrakt-spekulativ oft diskutiert haben - hier denke ich zB an den abend bei volker und die diskussionen mit carlos und dem jungen mann, dessen namen ich nicht mehr weiß… wieweit kalle sein leben wirklich bewusst beendet hat oder es in seiner tablettenabhängigkeit geschah, dies ist offensichtlich nicht klar, oder? Die erinnerung an das treffen bei dir sind durch deinen vorherigen schilderungen über kalle und das dann erlebte behaftet mit einer unseligen mischung aus einem sehr kleinen anteil an amüsierter belustigung und einem sehr großen teil an ernsten befürchtungen, das “frühstück” könnte außer kontrolle geraten. Kalle war damals ein- und übergriffig, fordernd, ungefragt dominant, ohne dass es eine entsprechende grundlage zwischen euch beiden (oder gar uns) gegeben hätte. Wie ein überraschendes gewitter, das ein wenig fasziniert und zugleich bedrohlich ist. Ich kann mich sehr gut erinnern, dass du mehrfach nachgeschaut hast, ob dein geld oder anderes ggf wertvolles noch da ist. Man hätte ihn also jedenfalls als in jeder hinsicht als grenzwertig (borderliner?) benennen können, du weißt sicher, was ich damit meine…. Auch alle weiteren situationen “mit kalle” hatten für mich/uns genau eben diese mischung. Er hat dich angepumpt, irgendwann hast du auf die schelle nicht mehr reagiert, warst besorgt, was passieren könnte, als er in deine nachbarschaft zog, wir haben mit peter und seiner frau beim marathon über sein jeden beunruhigendes verhalten gesprochen, die straßenseiten wurden beiderseits gewechselt, mal grimmiges anschauen, mal ignorieren,… Ob es einen zusätzlichen und entscheidenden grund neben dem thema des suizids für dich gibt, dieses nun für kalle zu tun, vermag ich nicht zu beurteilen.
Wenn ich ganz ehrlich bin, so erschreckt mich immer eine posthume “beschäftigung” mit einem menschen - egal, wie er gestorben ist - von mitmenschen, die zu lebzeiten hätte präsent sein können. Wo waren all diejenigen, welche sich nun in ein kondolenzbuch eintragen? Wer von ihnen hat mit kalle den alltag geteilt, in guten und in schlechten zeiten? Wer hat ihn ernst genommen, als er es noch zu würdigen gewusst hätte? Ihn gemocht, um seinet willen, nicht wegen seiner immer wieder aufblitzenden intelligenz und originalität? Menschen, welche darauf aus sind, wenigstens wegen ihres extraordinären verhaltens und gelegentlicher glänzend geführter diskussionen eindruck zu hinterlassen - und dazu gehörte kalle für mich, als ich ihn flüchtig erlebte - haben auf sehr traurige weise ihre menschlichen grenzen schon lange verlassen, weil ihnen nichts anderes mehr bleibt. Keine alltagsproblematik, keine gesellschaft und echte anteilnahme in ihren originären bedürfnissen - alle originalität ist futsch, wenn mensch ansonsten einsam ist. Aus all diesen gründen gibt es für mich gar keinen anlaß oder grund, mich in einer wie auch immer gearteten form zu kalle zu äußern. Es steh mir nicht zu, mich zu seiner person zu äußern, dazu kannte ich ihn zu wenig. Eine schilderung unseres gemeinsamen frühstücks wäre eine billige abart eines “der-hat-mir-ein-eigentlich-nur-für-mich-gemachtes-rührei mit kräutern-weggegessen. Eine lächerliche episode, wenn man einen menschen wirklich ernst nimmt. dazu die geschichte mit seinem verhalten mit/gegen seine mutter, etwas, was ich dieser letzten konsequenz eben auch als mutter bei allen möglichen unterschiedlichen “lebens-erwartungen” nicht nachvollziehen kann.
Was mich wirklich interessieren würde ist, warum es für dich offensichtlich so wichtig ist, dass du dieses projekt nun für kalle realisierst? Warum du ihm dies “schuldig” bist?
Merkwürdig, ich hatte in den letzten wochen und tagen vielmehr das bedürfnis, unsere geschichte aufzuschreiben.
Ingrid L.

Vieles immer noch unklar…

Administrator am 1. September, 2005

KH1 soll auf Grund seiner schweren Kopfverletzungen in das Essener Krankenhaus gebracht worden sein. Also sind die bisherigen Kenntnissse doch stimmig.
04.09.2005

KH1 soll in einem Essener Krankenhaus gestorben sein. Somit hat er sich seine Verletzungen vermutlich nicht zu Hause zugezogen. Drei Krankenhäuser in Gelsenkirchen liegen in Nähe seiner Wohnung, dort hätte er bevorzugt eingeliefert werden müssen.

Wir haben keine Rückmeldung von Nachbarn, die hätten durch Polizei, Unfallwagen aufmerksam geworden sein müssen.
Jemand hätte ihn finden müssen.

Also wissen wir weder wo, wodurch, noch wann genau KH1 zu Tode kam. Wir wissen nicht ob er alleine war, in welcher psychischen und physischen Verfassung er war.

Alles ist mehr oder weniger “hören-sagen”. Verlässliche Informationen sind schwer zu bekommen.

Peter versucht es bei der Polizei in Essen, bei dem Leiter einer Beratungstelle noch genaueres zu erfahren.

Stand ab 01.09.2005

Administrator am 1. September, 2005

Scheinbar ist seit Gestern die Räumungsmöglichkeit der Wohnung rechtswirksam.
Leider wurde das uns gegebene Wort nicht eingehalten, bei der Räumung anwesend sein zu können, um persönliche Aufzeichnungen, Korrespondenz, kurz: den ideellen Nachlass zu sichern.
Wir sind enttäuscht, vor allem auch, weil es für Kalles Kinder einmal bestimmt wichtig gewesen wäre, diese Spuren aufzuarbeiten.
Wir werden später ausführlicher zu diesem Thema Stellung nehmen.

Dirk: ich vermisse ihn

Administrator am 31. August, 2005

Ich vermisse ihn, er war eine Bereicherung für diese Stadt. Eigentlich war er der einzig spannende Künstler hier, überraschend, sich immer wieder selbst erfindend, neues schaffend.
Spannungsgeladen!
Ich mochte ihn sehr, wollte demnächst mit ihm zusammen arbeiten, hatte schon etwas in Planung.
Ich bin traurig, dass er nicht mehr ist………

Fritz Z. : Katharina die Große

Administrator am 31. August, 2005

Im Mai 2005 habe ich auf einer Party im Wissenschaftspark mit Kalle eine wunderschöne Frau getroffen. Katharina - ich sagte dass ich Rasputin wäre. Sie gab mir ihre Telefonnummer. Er wollte die Nummer unbedingt von mir haben. Später erzählte er, dass er ständig mit ihr telefonieren würde, sich heimlich mit ihr treffen würde usw. Ich habe es ihm geglaubt.
Nun weiss ich, dass es gar nicht stimmte.
Hat er mich nun vorgeführt? An der Nase herumgeführt?
So war er. Wie die Visitenkarte die ich noch von ihm habe:

Kalle_Visitenkarte_3

Mahnung an uns?

Lisalem am 30. August, 2005

Nichts wird uns bei dem Tod eines Menschen so schmerzlich bewusst wie die Flüchtigkeit und Zerbrechlichkeit der eigenen Existenz. Wir werden uns der Endlichkeit bewußt und müssen erkennen, dass letztlich nichts von Dauer sein kann. Dabei sehnen wir uns danach.
Es gibt keinen Trost und keinen Ersatz für den Verlust eines Menschen.
“Wir müssen mit der Traurigkeit leben, und mit der Verzweiflung.
Aber wir können Inseln bilden.” (Christa Bürger am 19.10.2003 im Deutschlandfunk)

André R.

Administrator am 30. August, 2005

Das verstehe ich überhaupt nicht, da ist ja einen Tag vorher dieser Alkoholiker runtergesprungen.. aber doch nicht Kalle.
Ich mochte ihn, er ist zur falschen Zeit am falschen Ort geboren worden. Gehörte nicht in diese Welt.
Er hat mir ja alles verkaufen wollen, V2A- Stahlplatten für meinen Laden, Uhren, kam mit einem ganzen Koffer an, T-Shirts, orange mit Aufschrift San Tropez, war aber alles nix.
Habe ihn ja in meinem Auto letztes Jahr zu seiner Tante nach Steele mitgenommen. Ich fahre da seit 10 Jahren hin, zu meinem Weihnachtsmarkt-Stand. Er wusste natürlich eine bessere Strecke, eine Abkürzung. Hat 2 X so lange gedauert.
Als ich hier noch nebenbei Käse verkaufte, habe ich ihm ab und zu etwas gegeben. Den Edamer hat er gegessen wie ein First-Class Diner im Luxushotel und beschrieben wie ein Gourmet-Ereignis für eine Ess-Kritik-Illustrierte.

André_Fischhändler

Eine Zeit hing er hier immer rum, dann hat er mich plötzlich völlig ignoriert, durch mich durch geguckt. Ich weiss nicht warum. Hatte manchmal ne Fahne.
Hat ja mit allen prozessiert, war eine Lieblingsbeschäftigung von ihm. Mit seiner Mutter weil er Kontaktverbot hatte, ne Künstlerin hatte mal Stress mit ihm, da hat er die Brille kaputt gemacht, dann lange Prozess-Briefe.. hat er mir alles erzählt.
Und Geld ohne Ende hat er gehabt, sagte er .. ich habe nie etwas gesehen bei ihm…

Martin R.: Pinguine .. und fliegen

Administrator am 29. August, 2005

Ach Kalle, was haben wir Nächte zusammen durchgesoffen. Und gelacht, wir haben so viel zusammen gelacht. Weisst du noch, letztens auf der Bahnhofstrasse… die Pinguine?
Kalle, da oben.. das will ich dir noch sagen: PINGUINE KÖNNEN NICHT FLIEGEN!
CU Kalle, lach uns nicht aus………

Peter: KH1 im Café G

Administrator am 28. August, 2005

KH1 (wie er sich in seinen SMS auch nannte) ist übrigens gerne mal über den Hellweg gefahren, dass war für ihn - wie auch für mich - so eine südliche Begrenzung der näheren Heimat (die Emscher, bzw. Kanal im Norden).
Habe in der Wattenscheider Friedenskirche ein Licht für ihn angezündet. (Oben links an dem Halter). Außerdem wohnt seine Tante B. in der Nähe in Steele.
Denke wir sehen uns “die Tage” gerne bei Gatenbröcker im Iduna (Bei kh1 war das Café G oder telefonieren).

Den Wahnsinn um uns herum überleben

Administrator am 27. August, 2005

Vor einigen Jahren organisierte ich das 1. Oberton-Klangzauber-Festival Chiemsee.
Dazu habe ich von einer Bekannten auch die eMail-Anschrift von Heinz Turowski bekommen. Im Laufe der Jahre schickte ich ihm zwar immer wieder einmal eMails, bekam aber nie eine Antwort. Ich kannte ihn also nicht.

Meine Tätigkeit ist es, IMPULS-GEBER für eine “LEBENS”-GESELLSCHAFT zu sein –
siehe www.lebensgesellschaft.org

Wie ich Ihrer Seite entnehmen konnte, war Heinz Turowski wohl ein Wesen, das seine Visionen und Anliegen nicht so auf die Erde bringen konnte, dass es ihm Kraft gegeben hätte. Es scheint eher, dass er an der “Welt”, wie er sie vorfand, zerbrach.

In den nächsten Jahren wird es für viele Wesen aus seiner und anderer “freien Ebenen” wichtig werden sich nicht durch Kämpfen zu verausgaben, sondern den erst jetzt mehr und mehr “offen-sichtlichen” Wahnsinn in den wir uns begeben haben so zu überleben, so dass wir am Scheitelpunkt mit ganzer Kraft wirksam werden können.

Sollten Sie mehr solcher Menschen kennen, aus seinem und / oder Ihrem Bekanntenkreis – vielleicht können Sie ihnen in dieser Richtung Mut und Kraft geben.

Mit den besten Wünschen für frohes Wirken für die Neue Welt

“LEBENS”-GESELLSCHAFT
Franz-Georg Eck
IMPULS-GEBER

www.lebensgesellschaft.org
Übrigens: www bedeutet jetzt: weltweiter wohlstand

Ich bin für einige Monate auf Reisen und
bis auf unbestimmte Zeit nur über eMail erreichbar :
eMail: eck@lebensgesellschaft.org

Lutz M.: so nah am Baron.. Münchhausen

Administrator am 27. August, 2005

… der konnte ja reden, sich ausdrücken, da bin sogar ich ein Waisenknabe gegen. Der hatte ja auch viel Ahnung von allem… nur manchmal.. da war er nah an diesem Adligen, du weisst diesen Baron, diesem von und zu Münchhausen.
Wenns nach ihm ging, hat er seinen Proffessor in einer Woche gemacht oder den Doktor. Wenn du da nicht hinter geschaut hast, näher ran bist, hast du ihm alles geglaubt.
Aber jeder wird so beerdigt, wie er will. Er hätte ja auch vorher alles festlegen können, einen Zettel schreiben können.
Ja, die Einschläge kommen immer dichter, auch an deine Generation, ich hab ja vielleicht noch 10 Jahre… wenn es hoch kommt… wie alt war Kalle.. 52?

Nachbar: er hat es angekündigt….

Administrator am 27. August, 2005

er hat es in letzter Zeit angekündigt, er hat gesagt, dass er keine Lust mehr hat, ich habe ihn ja nicht verstanden, er hat alles gewusst, da kam ich ja nicht mit, konnte die Zeitung lesen und sich alles merken, aus dem zweiten Stock zu springen….

Lisas Gedenk- Gedanken

Lisalem am 26. August, 2005

“Das, was an einem Menschen das Flüchtigste und doch zugleich das Größte ist, das gesprochene Wort und die einmalige Gebärde, das stirbt mit ihm und das bedarf unser, dass wir seiner gedenken. Das Gedenken vollzieht sich im Umgang mit dem Toten, aus dem dann das Gespräch über ihn entspringt und wieder in die Welt klingt…”

Hannah Arendt, anläßlich des Todes ihres sehr verehrten Doktorvaters und jahrzehntelangen Freundes Karl Jaspers im Jahre 1969 an dessen Witwe und ihre Freundin